In einem europäischen Leonardo Projekt (2013-2015) soll das Thema von den alternden Drogenkonsumenten eingehend untersucht werden. Nach der Erstellung einer operationnellen Definition der Zielgruppe, werden eine nicht definitive Liste von relevanten Themen auf der Tagesordnung stehen.

Auf einem einem europäischem Kongress 2015 in Luxemburg, soll die ganze Problematik mit entsprechenden Handlungsvorschlägen zusammengefasst werden.

Zusammenfassung des Projekts

Suchterkrankte werden immer älter, wobei die Gründe sicher in der spezialisierten Betreuung, in der Risikominderung und der Substitution liegen. Die Zielgruppe umfasst sowohl jene die den Absprung von toxikogenen Substanzen  geschafft haben, wie jene die aktuell noch konsumieren. ( Drogen, Alkohol, Benzodiazepine,...). Die Alterung suchterkrankter Menschen ist beschleunigt, so dass man bereits ab vierzig von Sucht im Alter sprechen kann. Dies trifft  jedoch nicht auf alle über Vierzigjährigen zu, sondern nur  auf die, bei denen sich körperliche Gebrechen (deutlich) älterer Personen und Verhaltensstörungen, meist Überbleibsel ihres chaotischen Lebensweges, zeigen. Es bleibt zu definieren, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um von Sucht im Alter sprechen zu können und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um sich dieser Population, deren Bedürfnis nach Hilfe und Begleitung in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden,  anzunehmen.

Begründung

Die Anzahl der alternden Drogenabhängigen steigt stetig. Die Suchthilfe wird immer häufiger mit dieser Problematik konfrontiert und kann mit ihren jetzigen Mitteln nicht immer adäquat auf die spezifischen Bedürfnisse  der Betroffenen eingehen. Darüber hinaus werden diese „neuen“ Süchtigen, unabhängig ihres aktuellen Konsumverhaltens, aufgrund ihrer Vergangenheit und der Unkenntnis über das  Phänomen „Sucht im Alter“ oft Opfer der Stigmatisierung durch andere Dienste, die nicht aus dem Fachbereich der Suchthilfe stammen.  So sind sie mit vierzig, selbst wenn sie alle klinischen Anzeichen erfüllen, zu jung, um die bestehenden Hilfen für alte Menschen in Anspruch nehmen zu dürfen. Außerdem kommt es öfters vor, dass sie anderen Helfern oder Pflegern, denen die Population unbekannt ist,  durch ihre Verhaltens-auffälligkeiten Angst machen. Alternde Süchtige müssen im Allgemeinen immer wieder dieselben Situationen ertragen: soziale Ausgrenzung, Stigmatisierung, von einem Dienst zum nächsten geschickt zu werden. Dies obwohl ihnen, wie allen Menschen unabhängig von einer etwaigen Andersartigkeit, Respekt und Würde zusteht.

Ziele der Partnerschaft

Ziel ist es, eine Reflexion über Sucht im Alter anregen, wobei Maßnahmen der Gesundheitspolitik, sowohl in der Suchthilfe als im generellen Gesundheitssektor (Krankenhäuser, Pflegeheime, Altersheime, soziale Einrichtungen, Case- oder Caremanagment, …) ausgearbeitet werden sollen. Der Austausch über die unterschiedlichen Praktiken auf nationaler Ebene soll Arbeitsgrundlage und Inspiration sein. Die Zusammenlegung der verschieden Erfahrungen in anderen Ländern und Diensten soll als Mittel, um  Handlungsmöglichkeiten zu bestimmen, fungieren.